Angebote für psychisch Erkrankte sind sehr gefragt

Die Zunahme psychischer Erkrankungen bei jüngeren und älteren Menschen erfordert Angebote, wie sie der Verein Horizonte seit 1990 anbietet. An ihrer 28. Mitgliederversammlung orientierte die soziale Einrichtung über das Geschäftsjahr 2018.

35 Gäste und Mitglieder nahmen an der Mitgliederversammlung im Café Horizonte teil und staunten über den präsentierten Jahresabschluss. Trotz namhafter Investitionen sowohl im Wohn- als auch im Arbeitsbereich schloss der Verein Horizonte das Berichtsjahr 2018 mit einer ausgeglichenen Rechnung ab. Die grösste Investition der Vereinsgeschichte ist der Bau der Wohneinrichtung Plattenhof. Nach jahrelanger Vorbereitung wurde das neue Zuhause für psychisch kranke Menschen am 27. November 2018 in Horgen eröffnet. Der Plattenhof bietet Wohnmöglichkeiten für 24 Menschen und ersetzt zwei bisher getrennt geführte Wohneinrichtungen. Das Platzangebot wurde um einen Drittel erweitert. Der ursprüngliche Plan war, dass man sich zunächst mit den bisherigen Bewohnenden einlebt und erst im Verlauf des Jahres 2019 weitere Pensionäre aufnimmt. Der Alltag zeigt aber ein ganz anderes Bild, wie Armin Brogli, Leiter Plattenhof, ausführte: «Wir wurden mit Anfragen regelrecht überrannt, sind bereits ausgebucht und führen eine Warteliste. Diese Situation ist für uns alle herausfordernd, weil die Rekrutierung von gutem Fachpersonal zeitintensiv ist. Aber die Not der Bewerbenden und die Dringlichkeit, einen Wohnplatz zu erhalten, hat Vorrang.»

Auch der Bereich Arbeitsintegration stiess zunehmend an seine Grenzen. «Immer öfter mussten wir Anfragen von Integrationswilligen oder von Seiten der Behörden ablehnen, weil wir weder personell noch räumlich genügend Kapazität hatten», erklärte Bereichsleiterin Marianne Mogy. Deshalb erwarb der Verein Horizonte im 2018 einen weiteren Raum in der Liegenschaft, wo auch die anderen Arbeitseinrichtungen beheimatet sind, und schuf weitere Integrationsarbeitsplätze.

Die grosse Nachfrage, die weitsichtige Strategie und die gute Führung sind die Hauptgründe, weshalb der Verein trotz Investitionen seinen Leistungsauftrag auch im 2018 so erfolgreich erfüllt hat. Renato Battistini, der Nachfolger des langjährigen Geschäftsführers Erwin Wachter, bestätigte an der Mitgliederversammlung, dass der Verein unter seiner Führung den eingeschlagenen Weg konsequent weiterverfolgt: «Mit Mut und mit der erforderlichen Besonnenheit werden wir uns weiterhin engagiert für die gesellschaftliche Integration, Teilhabe und Inklusion von Menschen mit psychischer Beeinträchtigung einsetzen.»

Erica Sauta, Mitglied des Vorstandes und Vizepräsidentin, feiert ihr 10-jähriges Jubiläum. Der Präsident bedankt sich mit einer kleinen Ansprache, einem Blumenstrauss und Wein herzlich bei ihr für ihren langjährigen und wertvollen Einsatz.